Nachlese: EntwickelBar
Am Samstag, den 12. September 2026, hieß es bei der rheinjug wieder: Nicht nur zuhören, sondern selbst gestalten! Bei unserer EntwickelBar Unkonferenz entstand das Programm erst vor Ort – aus den Themen, Fragen und Ideen der Teilnehmer:innen.
Kein fertiges Programm – die Teilnehmer entscheiden
Eine Unkonferenz funktioniert anders als eine klassische Konferenz: Es gibt keinen im Voraus festgelegten Vortragsplan und keine lange Liste gebuchter Speaker.
Stattdessen gilt: Wer ein Thema spannend findet, bringt es mit.
Das kann ein fertiger Vortrag sein, aber genauso gut eine konkrete Frage, ein Experiment, eine Diskussion oder ein Thema, bei dem man selbst noch gar nicht alle Antworten kennt.
Auf dem Whiteboard wurde deshalb am Morgen gemeinsam das Programm zusammengestellt. Somit füllte sich der Zeitplan mit Sessions aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Softwareentwicklung.
Und genau diese Mischung macht den Reiz der EntwickelBar aus.
Von WebRTC bis GenAI
Die Themenliste zeigte einmal mehr, wie breit die Interessen der Community sind:
- Lebendige Dokumentation in verteilten Architekturen
- Valhalla – What’s in it for me?
- WebRTC in Java – für Peer-to-Peer-Anwendungen
- Abgehangen oder veraltet?
- Brauchen Informatik-Absolventen KI-Kompetenz – und welche?
- Ethik und (Gen)AI
- Was ist ein LLM/Agent?
Damit war von konkreten technischen Fragestellungen über neue Entwicklungen im Java-Umfeld bis hin zu gesellschaftlichen und beruflichen Fragen rund um Künstliche Intelligenz alles dabei.
Gerade der Mix ist spannend: Während in einer Session tief in eine konkrete Technologie eingestiegen wird, kann wenige Meter weiter eine grundsätzliche Diskussion über die Auswirkungen von KI auf Entwickler:innen und Ausbildung entstehen.
Open Space bedeutet auch: Loslassen
Auf dem Plakat mit den Open-Space-Prinzipien standen einige einfache, aber wichtige Regeln:
Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute.
Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen konnte.
Es beginnt, wenn die Zeit reif ist.
Vorbei ist vorbei – Nicht vorbei ist Nicht-Vorbei.
Und schließlich das „Gesetz der zwei Füße“:
Bleibe nur so lange in einer Gruppe, wie du es für sinnvoll erachtest.
Das klingt zunächst ungewohnt – ist aber ein zentraler Bestandteil des Open-Space-Gedankens. Niemand muss eine Session „absitzen“. Wenn eine Diskussion nicht das bietet, was man gerade sucht, darf man weiterziehen und sich einer anderen Gruppe anschließen.
So entsteht ein Format, das stärker von den Teilnehmer:innen als von einem vorgegebenen Programm gesteuert wird.
EntwickelBar lebt vom Mitmachen
Die Bilder vom Vormittag zeigen eigentlich schon ziemlich gut, was eine Unkonferenz ausmacht: Whiteboard statt Hochglanz-Bühne, Post-its statt fertigem Konferenzprogramm und Diskussion statt Frontalbeschallung.
Besonders schön ist dabei, dass nicht nur die „klassischen“ Konferenzthemen ihren Platz bekommen. Auch eine Frage, die jemanden gerade beschäftigt, kann zum Mittelpunkt einer Session werden.
Und genau dadurch entsteht etwas, das klassische Konferenzen nur schwer planen können: spontaner Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven.
Zum Abschluss: Was bleibt hängen?
Zum Ende der Veranstaltung gab es die gemeinsame Abschlussrunde.
Auch sie gehört zum Open-Space-Gedanken: Nicht einfach auseinandergehen, sondern noch einmal gemeinsam zurückblicken. Was war interessant? Was hat überrascht? Welche Idee nimmt man mit? Und vielleicht auch: Welche Frage ist nach diesem Vormittag erst richtig interessant geworden?
Denn genau darum geht es bei einer Unkonferenz letztlich nicht darum, möglichst viele Vorträge „abzuarbeiten“. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen, Wissen zu teilen, Fragen zu stellen und neue Ideen entstehen zu lassen.

Danke an alle, die die EntwickelBar gestaltet haben!
Eine solche Veranstaltung funktioniert nur, wenn Menschen bereit sind, selbst etwas beizutragen – sei es mit einem Vortrag, einer spontanen Session, einer Frage, einer Diskussion oder einfach durch neugieriges Mitmachen.
Danke daher an alle, die dabei waren und die EntwickelBar zu dem gemacht haben, was sie sein soll!
Wir freuen uns schon auf die nächste Runde 🚀